Iron Mind | Der Tod eines jeden Gipfelstürmers
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Der Tod eines jeden Gipfelstürmers

Lasst uns das Mantra „höher, schneller, weiter“ durch ein neues Mantra „gesünder, nachhaltiger, erfüllter“ ersetzen.

„Höher, schneller, weiter!“ Das ist das Mantra der heutigen Gesellschaft, in den Firmen, beim Sport und oft auch im Privatleben. Und dabei wird alles analysiert, bewertet und zugeordnet. Ich selbst habe dies bis ins kleinste Detail betrieben. Mein Leben war zu sehr hohen Teilen durch zwei Parameter geleitet: Leistung und Vergleich. Jede Trainingseinheit, die mich auf einen meiner 17 IRONMAN-Wettkämpfe vorbereitete, wurde akribisch ausgewertet. Und die Qualität der Wettkampfergebnisse wurden daran gemessen, ob ich bessere Zeiten hatte, auf welchen Platz ich gelandet war und ob ich einen Kollegen oder Freund diesmal hinter mir gelassen hatte.

Auch im Business als professioneller Speaker und Executive Coach habe ich mich ständig mit anderen Kollegen verglichen mit der Fragestellung: Wer ist besser? (Was immer das auch zu bedeuten hatte.) Wer ist wie erfolgreich? Wie viele Tage wurden zu welchen Gagen verkauft? Damit wir uns richtig verstehen: es ist nicht gut oder schlecht, sich zu vergleichen. Es ist, was es ist. Die Frage, die ich mit diesem Newsletter in den Raum stellen möchte, ist die Frage, ob dies wirklich Erfüllung und innere wahre Zufriedenheit bewirkt!? Denn es ist nicht der Job, der Dich zu einem besseren Menschen macht. Es ist nicht das Auto, was Dich über andere erheben lässt. Es ist nicht der Gehalts-Check, der Dir Erfüllung und Leichtigkeit im Leben gibt. Es ist nicht der Kommentar in einer Zeitungskolumne, der Dich zu etwas Grossem werden lässt. Wohin das führt, zeigen uns die Symptome, dieser „höher, schneller, weiter“ Kultur.

Was viele Menschen momentan mit sich machen, ist in meiner Welt krank. Ob wir es dann als Burnout, Depression oder Herzinfarkt einstufen, ist dabei irrelevant. Was viele Firmen mit ihren Mitarbeitern und Ihrer Umwelt  machen, ist in meiner Welt krank. Und was wir mit diesem Planeten zur Zeit machen, ist in meiner Welt krank.

Wo soll das hinführen?

Es geht um Ruhm, um Vergleich, um Macht, um Auszeichnungen und Bewertungssysteme. Doch ist dieser Kampf um Vergleich und Bewertung der Intelligenz des Menschen angepasst und dem zunehmenden Bewusstsein für eine nötige Veränderung noch zeitgemäß? Vor ein paar Tagen habe ich ein Zitat des Bergsteiger Wojciech Kurtyka gelesen, welches mich sehr beeindruckt hat, da er 2009 die Einladung zum Jurymitglied der Piolet d’Or und sogar die Ehrung seines Lebenswerks mit folgenden Worten ablehnte:

„Herzlichen Dank für die Einladung, der Jury des Piolet d’Or‘ anzugehören. Es tut mir Leid, dass ich sie nicht annehmen kann. Es tut mir wirklich leid. Ich verstehe, dass die Welt eine gewaltiges Konstrukt aus wildem Wettbewerb und folglich aus Preisen und Auszeichnungen geworden ist. Aber dieses Konstrukt ist ein Feind der wahren Kunst. Wo Preise und Distinktion herrschen, endet die wahre Kunst. Ich glaube fest daran, dass Klettern den Bergsteiger auf ein anderes Niveau heben kann, sowohl was die mentale und körperliche Stärke betrifft als auch die Weisheit. Aber Preise und Ranglisten heben ihn nur auf eine andere Ebene von Eitelkeit und Egozentrik. Teil dieses Spiels zu sein, ist für den Kletterer gefährlich. Ich bin nicht bereit, an diesem Spiel teilzunehmen, und kann das Angebot daher nicht akzeptieren. Das heisst nicht, das ich es euch ankreide. Tatsächlich fühle ich mich schuldig, euer Angebot abzulehnen. Denn: Die Auszeichnung zu suchen ist ein Zeichen von Eitelkeit. Die Auszeichnung abzulehnen, ist ebenso ein Zeichen von Eitelkeit.“

Auch Rolando Garibotti lehnte diesen Preis 2006 mit den Worten ab:

„Ein Preis wie der Piolet d’Or versucht, die Essenz des Erlebnisse zu quantifizieren und die Qualität des Erlebnisses zu werten. … Jedoch der Versuch, eine Begehung mit einer anderen zu vergleichen, muss zwangsläufig subjektiv sein. … Es ist ungefähr so, als ob man unterschiedliche Früchte miteinander vergleichen würde. … Welche weitere Bestätigung könnte jemand brauchen, zusätzlich zu dem Bergerlebnis und der Erfahrung, die er bereits ‚gewonnen‘ hat?“

Vergleich und Bewertung ist in meiner Welt die perfekte Anleitung zum unglücklich sein. Denn damit bin ich im Außen und somit automatisch nicht im Innen, nicht bei mir, nicht bei meinem Herzen und nicht bei dem im Moment erlebten. Somit wird es Dir schwer fallen, Dich und DEINE ! Bedürfnisse zu spüren und mit Leben zu füllen.
Viele Menschen da draußen leben das Leben für die anderen. Sie kaufen Dinge, um andere Menschen zu beeindrucken. Viele Trainer und Coaches sammeln Auszeichnungen  – oft für viel Geld erkauft – und tummeln sich in Vereinen und Gremien, um die Kunden oder Kollegen zu beeindrucken. Viele Töchter und Söhne wählen einen Job, um den Eltern ein gutes Gefühl zu machen. Selbst in der intimen Beziehung zu unserem Liebsten ist es eine Herausforderung, die Balance zwischen dem Ich-Bedürfnissen und den Partner-Bedürfnissen wahrzunehmen.

Selbst der „Auszeichnungsakt Ehe“ bewirkt eine Bewertung von etwas, was sich nicht quantifizieren lässt, höchstens für die Steuer. Doch für mich als Trainer sind es nicht mehr die Auszeichnungen, die zählen. Ich gebe zu, es gab eine Zeit, da habe ich mich an diesem Spiel beteiligt. Es ist so verlockend, „dazu zu gehören“. Für mich ist die Essenz meiner Daseinsberechtigung auf den Bühnen dieser Welt die Veränderung bei meinen Vortrags-, Seminar- und Coachingkunden. Das war es schon immer, nur jetzt mit einer kompromissloseren Denke. Gerade hier gebe ich alles, um positive Veränderungen zu erreichen. Deswegen auch meine Umpositionierung zum „Mental Transformer“, wobei auch schon das wieder ein Versuch ist, mein Tun in ein marketingtaugliches Wording zu packen. Ich tue dies, weil ich weiss, dass viele Menschen diese Struktur benötigen. Der menschliche Geist „labelt“ gerne das, was er in seiner Umwelt wahrnimmt. Das Gehirn schafft Schubladen für gut und schlecht, für erfolgreich und erfolglos. In den letzten drei Jahren habe ich viele Ausbildungen für wertvoll investiertes Geld besucht, um Techniken zu beherrschen, die schnelle und leichte Veränderung möglich machen. Die Emails und Feedbacks, die ich seit dem erhalte, sind tausend mal mehr Wert als bisherige Auszeichnungen. Gerade letztes Wochenende hatte ich ein Teilnehmerin, die nach meinem 90-Minuten-Vortrag mit folgenden Worten zu mir kam:

„Herr Sterzenbach. Vielen herzlichen Dank für Ihren Vortrag. Ich weiss nicht, was Sie und wie Sie es gemacht haben. Ich gehe nun seit Jahren zur Therapie und habe mittlerweile mehrere 10.000 Euro dafür ausgegeben, weil ich meine negativen Bilder und meine negativen Gewohnheiten, die mich schwer belasten, weg bekommen möchte. Doch nichts hat geholfen. Und wissen Sie was: Ich bekomme dieses belastende Bild in meinem Kopf und das dadurch entstehende negative Gefühl nicht mehr hin. Ich fühle mich so frei wie noch nie. Vielen Dank!“

Das ist die Essenz! Hierum geht es für mich als Trainer. Es geht nicht darum, was ich erlebt habe oder welche Wettkämpfe ich erfolgreich erlebt habe. Es geht um die Wirkung, die meine Geschichten erzielen. Und um die professionelle Verwendung von Techniken, die schnelle Veränderung bewirken. Natürlich weiss ich, dass Vergleich auch motivieren und anspornen kann. Das habe ich jahrzehntelang selbst erfahren … nur mit einer Nebenwirkung: Ich war verbissen und nicht wirklich glücklich. Und ich hatte den Fokus im Außen, nicht bei mir. Und seitdem ich das mehr und mehr in mein Leben gebracht habe, fließt es. Es fühlt sich einfach jeden Tag mehr und mehr gut an.

Und genau das darf es sein!

Wahres Glück liegt im Innen, dies habe ich mit jeder meiner 70 Billionen Zellen meines Körpers bei der Vipassana-Meditation in Indien erleben dürfen. Eine Erfahrung, die so unbeschreiblich beglückend ist und von der ich immer noch jeden Tag zehre. Dalai Lama hat einmal in einem Interview so treffend formuliert:

„Wenn wir allen sechsjährigen Kindern heute beibringen würden, wie sie meditieren, hätten wir in der nächsten Generation keinen Krieg mehr.“

 

Ich weiss, davon ist diese Gesellschaft noch weit entfernt, doch es tut sich etwas. Das neue Bewusstsein wächst. Denn der Blick nach Innen bringt Ruhe, bringt Gelassenheit, bringt inneren Frieden, bringt die Liebe zu sich selbst. Und somit lösen sich das Verlangen, andere zu beherrschen und zu „Ihrem Glück“ zu bekehren, automatisch auf. Wenn es nur eine Anregung gibt, die Du für Dich in Deinen Alltag integrieren darfst für Deine positive Veränderung, dann setze Dich jeden Tag nur 15 Minuten hin und beobachte Deine Atmung und lerne, Deine Gedanken dabei zu beobachten und Stück für Stück weniger werden zu lassen.

Tue dies für Dich, denn …

… Du hast das Recht darauf, ein erfülltes und glückliches Leben zu leben.
… Du hast das Recht darauf, Dich reich zu fühlen.
… Du hast das Recht darauf, gesund und fit zu sein.
… Du hast das Recht darauf, wunderbare Beziehungen zu Menschen zu führen, die Dir am Herzen liegen.

Ich hoffe, ich konnte Dich mit diesen offenen und ehrlichen Zeilen inspirieren und freue mich auf Deine Antworten und Deine Fragen, wenn Du möchtest.

 

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